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Entwurf III/IV

Konstruktion III/IV

Seminarwoche

Wahlfach

Diplom

MAS

 
Wechselwirkungen

Der Entwurf ist ein Prozess von Wechselwirkungen und Synthesen, in dessen Verlauf sich nach und nach ein architektonisches Konstrukt herausbildet. Er ist sowohl evolutiv als auch rekursiv angelegt.

Der evolutive Charakter des Prozesses zeigt sich einerseits im absichtsvollen, zielgerichteten Planen und Handeln (Projekt – lat. proicere = vorwärts schleudern), andererseits im geduldigen Entdecken und Erfinden. Dies erfolgt als Herausarbeiten eines im Entwurfsstoff im Voraus angelegten “wahren” Kerns oder als genuine Formulierung eines subjektiv gewählten Themas.

Rekursiv ist der Entwurfsprozess, weil er auf bereits vorausgegangenen Erfahrungen aufbaut, auch da, wo er diese aus ideologischen oder programmatischen Gründen negiert.

Weiter ist der Entwurfsprozess keine lineare Abfolge, sondern ein feldartiges Verfahren aus Annahmen und Rückkoppelungen, wo spezifische Gegebenheiten und vorläufige Erkenntnisse sich wechselseitig beeinflussen.

So verstanden entspricht der Entwurfsprozess dem Wesen der Architektur, das sich zeigt in der untrennbaren Verbindung von wissenschaftlich rational geformten und künstlerisch intuitiv geprägten Qualitäten, wie die zwei Seiten derselben Münze.

Andrea Deplazes